Forschungsschwerpunkte

Die Universität verfolgt gemeinsam mit dem Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung als ihrem strategischen Partner auf dem verwaltungswissenschaftlichen Campus Speyer in dynamischer Perspektive eine kohärente Forschungsstrategie. Diese zielt darauf, die nationale und internationale Sichtbarkeit des Campus Speyer im Bereich der Forschung und die Alleinstellung des Standorts als führendes Kompetenzzentrum für die Verwaltungswissenschaften in Deutschland weiter auszubauen. Die Universität legt hierbei großen Wert auf die Einheit von Forschung und Lehre.

Ausgehend von der disziplinären Forschung an den Lehrstühlen sind die interdisziplinäre und die international-vergleichende Forschung ein Markenzeichen der Universität. Hierbei bilden die folgenden vier, für die nächsten Jahre definierten Kernforschungsthemen mit ihren Subthemen das strategische Forschungsprofil der Universität ab:

 1.

Globalisation of Public Administration

 

Exemplarische Subthemen:

  • Auswirkungen der Globalisierung auf die Verwaltung
  • Europäische Integration
  • Internationaler / deutscher Verwaltungstransfer
  • Verwaltungsmodernisierung Entwicklungs-, Schwellen- & Industrieländer
 
 2.Public Management and Governance

 

Exemplarische Subthemen:

  • Strategisches öffentliches Management
  • Collaborative Governance
  • Ressourcen & Kompetenzmanagement
  • Öffentliches Finanz- und Projektmanagement
 3.Strategic Perspecitves of Government

 

Exemplarische Subthemen:

  • Transformation demokratischer Systeme
  • Demographischer Wandel
  • Dynamische Regulierung
  • Vergleichende Rechtsanalyse
  • Verwaltungsreform / -modernisierung
 4.Technology driven Government

 

Exemplarische Subthemen:

  • Technologisch vernetzte Gesellschaft
  • Smart State
  • IT-Sicherheit
  • E-Government / Digitale Transformation

 

Über diese die Forschungsprojekte der Universität bündelnden Forschungsfelder hinaus findet an den Lehrstühlen der Universität selbstverständlich Lehrstuhlforschung statt. Auch hier ergeben sich aus der interdiziplinären Zusammenarbeit oftmals die interessantesten und fruchtbarsten Forschungsarbeiten.

Die größeren - zumeist mehrere Lehrstühle übergreifenden - Forschungsprojekte werden in den bereits genannten und im Folgenden weiter spezifizierten Schwerpunkten eingeordnet. 

1. Globalisation of Public Administration

Der europäische Einigungsprozess und die zunehmende Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit haben zur Folge, dass die Verwaltung immer mehr europäische und supranationale Regelungen, Verfahren und Standards bei ihrer Aufgabenerledigung berücksichtigen muss. Die Bemühungen zur weiteren Harmonisierung der Zusammenarbeit müssen mitgestaltet werden, um eigene Interessen zu wahren. Aus diesem Grund werden Probleme der Verwaltung im Mehrebenensystem in Deutschland und Europa, der Entwicklungszusammenarbeit und der Verwaltungssysteme im internationalen Vergleich die Gegenstände des neuen Forschungsfeldes Globalisation of Public Administration sein. Im Verhältnis von europäischer und (sub-)nationaler Verwaltung werden die Konvergenz und Persistenz nationaler Verwaltungsnormen, Verwaltungsverfahren, Managementpraktiken und administrativer Strukturen im Fokus stehen. Untersucht werden Grundfragen der Legitimation, des Rechtsschutzes, der Rechtssetzung sowie -anwendung und vor diesem Hintergrund die Analyse demokratietheoretischer und machtpolitischer Implikationen von Verwaltungshandeln.

2. Public Management and Governance

Um zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden, ist der Staat zunehmend auf moderne Management- und Governance-Konzepte angewiesen, die eine effiziente und effektive Erstellung öffentlicher Leistungen ermöglichen. Dabei ergänzen sich in Speyer auf einzigartige Weise ökonomische, rechtswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Kompetenzen gegenseitig. Der Schwerpunkt der Forschung liegt insoweit einerseits auf klassischen Managementfunktionen wie einem adäquaten Finanz-, Qualitäts- und Projektmanagement, andererseits auf neuen, über die Perspektive des New Public Managements hinausgehenden Ansätzen der Public Governance, die gleichzeitig Kooperationsbereitschaft und Eigenverantwortlichkeit der beteiligten Akteure fördern sollen. Das erfordert eine adäquate Personalentwicklung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die neuen Strukturen und Prozesse vorbereitet und ein gezieltes Diversity Management umfasst. Insbesondere werden in diesem Kernforschungsbereich Zukunftsthemen mit strategischer Public Management Perspektive (wie etwa innovativen Kompetenz- und Collaborative-Ansätzen) analysiert.

3. Strategic Perspectives of Government

Das Forschungsfeld bezieht sich auf Phänomene strukturellen Wandels. In der Antizipation möglicher künftiger Entwicklungen ist es auf die Erarbeitung strategischer Perspektiven gerichtet. Beispiele solcher Entwicklungen sind: Bewältigung des demographischen Wandels, Veränderungen der Arbeitswelt, neue Demokratieformen sowie Vulnerabilität von Infrastrukturen und Einrichtungen. Hierzu bedarf es neuer Formen dynamischer Regulierung, institutioneller Achtsamkeit und des Lernens von internationalen Erfahrungen.

4. Technology driven Government

Staat, Wirtschaft und Gesellschaft werden durch die Entwicklung neuer Technologien grundlegend verändert werden. Die Universität begleitet diesen Veränderungsprozess durch ihre Forschung u. a. auf den Gebieten E-Government, Security Management, Smart State und Technology networked, Society begleiten und gestalten. Die besonderen zukünftigen Herausforderungen - insbesondere durch die grundlegende digital getriebene Gesellschaftsentwicklung - sind vor allem mit entsprechenden Innovationsstrategien verbunden. Daher gilt es gezielt die hiermit verbundenen Innovationsprozesse zu erforschen. Insbesondere werden in diesem Kernforschungsbereich Zukunftsthemen mit strategisch-digitaler Perspektive analysiert, die die öffentliche Verwaltung unterstützen, den notwendigen Transformationsprozess in der Informationsgesellschaft erfolgreich zu bewältigen.


Prof. Dr. Joachim Wieland
Rektorat - Rektor, Lehrstuhlinhaber


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Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

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