Forschungsschwerpunkte

Am Lehrstuhl wird Verwaltungsforschung als empirisch-analytische Sozialwissenschaft betrieben. Forschung und Lehre sind in besonderer Weise von der politikwissenschaftlichen Subdisziplin der „vergleichenden Policy-Analyse und Verwaltungsforschung" geprägt. Dabei werden folgende Schwerpunkte verfolgt:

 

Aktuelle Forschungsprojekte

Widerstand im EU-Implementationsprozess: Determinanten nationalen Klageverhaltens bei Annulierungsverfahren gegen die Europäische Kommission

Leitung:
Prof. Dr. Michael W. Bauer
Mitarbeit:Emmanuelle Mathieu
Laufzeit:2014-2017
Finanzierung: 

Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer (Leibniz-Gemeinschaft) im Rahmen des interdisziplinären Projektverbundes „Denationalisierung der öffentlichen Verwaltung"

Dieses Projekt analysiert mit Hilfe qualitativer Fallstudien die Entscheidung nationaler Akteure, Nichtigkeitsklagen gegen die Umsetzung von EU-Politiken betreffende Entscheidungen und Anweisungen der Europäischen Kommission zu erheben. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der politischen Motivation der Klageerhebung. Erwartet werden systematische Einblicke, die einerseits den bisher wenig erforschten Bereich der Nichtigkeitsklagen anderen EU-Rechtsinstrumenten wie Vorabentscheidungs- und Vertragsverletzungsverfahren zur Seite stellen. Andererseits werden ebenenübergreifende Konfliktmuster und ihre innenpolitischen Determinanten sichtbar. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Erklärung der Entstehung und Manifestation nationalen Widerstands gegen europäische Vorgaben bezüglich der Durchführung europäischer Politiken.

Dieses Projekt ist am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) in Speyer angesiedelt. Weitere Information finden Sie auf der dortigen Projekt-Website.


Determinants and Consequences of Bureaucratic Autonomy of International Public Administrations

Leitung:
Prof. Dr. Michael W. Bauer
Mitarbeit:Jörn Ege
Laufzeit:
2014-2017
Finanzierung:  
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Forschergruppe „International Public Administration"

Dieses Projekt analysiert die Rolle von Verwaltungsstäben in internationalen Organisationen. Konkret soll untersucht werden, (1) ob und unter welchen Bedingungen internationale Verwaltungen strukturbasierte Autonomie genießen, (2) wie sich die beobachtbare Varianz von Verwaltungsautonomie zwischen den ausgewählten Organisationen (auch über Zeit) erklären lässt und (3) unter welchen Bedingungen Verwaltungsautonomie Politikergebnisse beeinflusst. Hierfür wird ein systematisches Messkonzept für die vergleichende Erhebung von Verwaltungsautonomie entwickelt, die notwendigen Daten erhoben sowie die dadurch identifizierbaren unterschiedlichen Muster und Veränderungen von einschlägigen Verwaltungsstrukturen über Zeit analysiert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Website.


The Role of the European Parliament in the EU Budget Process

Leitung:
Prof. Dr. Michael W. Bauer
Mitarbeit:Stefan Becker
Laufzeit:
2013-2016
Finanzierung: 
7. Forschungsrahmenprogramm der EU - Jean Monnet Programm

Das Recht, über den öffentlichen Haushalt zu entscheiden und die Regierung nach der Umsetzung des Haushalts zu entlasten, ist die machtvollste Kompetenz eines Parlaments. Das Europäische Parlament - als einzig direkt durch die Bürger Europas legitimierte Institution der Europäischen Union - ist zwar mittlerweile bei der Aufstellung und der Kontrolle des EU-Budgets dem Rat der Europäischen Union gleichgestellt. Fraglich aber ist, ob das EP überhaupt die notwendigen Ressourcen besitzt, um die Interessen der Bürger im EU-Haushaltsverfahren adäquat zu vertreten. Mit Hilfe der Analyse der formalen Regeln des Verfahrens sowie deren praktischer Anwendung geht das Projekt dieser Frage nach. Es wird untersucht, in welchem Umfang das Parlament tatsächlich über die Möglichkeit verfügt, seine Kontroll- und Steuerungsfunktion im Haushaltsverfahren auszuüben. Methodisch stützt sich das Projekt dabei insbesondere auf Interviews mit am EU-Haushaltsverfahren beteiligten Personen sowie auf die Prozessanalysen einzelner Haushaltsentscheidungen.


The European Commission - Facing the Future

Projektgruppe: 
Prof. Dr. Hussein Kassim, Prof. Dr. Michael W. Bauer, Dr. Sara Connolly, Prof. Dr. Renaud Dehousse, Prof. Dr. Andrew Thompson
Laufzeit:2014-2016

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Werdegänge, Erfahrungen und Einstellungen der Beschäftigten der Europäischen Kommission zu untersuchen, um ein besseres Verständnis dieser Organisation und ihrer Angestellten zu ermöglichen. Es beschäftigt sich mit den schulischen, akademischen und beruflichen Hintergründen der Beschäftigten, ihren bisherigen Karriereverläufen, ihren Erfahrungen mit der Kommission als Arbeitsplatz sowie ihren generellen Ansichten zur Europäischen Union, der Kommission und den dortigen Dienstvorschriften. Das Projekt gliedert sich in vier Teile: eine Online-Befragung, die die Ansichten von Beschäftigten in allen Bereichen der Kommission erhebt; eine kleinere Runde von Interviews, die helfen sollen, die Ergebnisse der Online-Befragung zu interpretieren; eine größere Runde von Interviews, die helfen sollen, einzelne Schlüsselthemen im Detail zu erforschen; sowie Fokusgruppen, die bestimmte Fragen in einem deliberativen Kontext erörtern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Website.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Tagung: Implementation and judicial politics - Conflict and and Compliance in the EU multi-level system, Finanzierung: Fritz-Thyssen-Stiftung, organisiert in Kooperation mit dem Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung Speyer und dem Center for Global Constitutionalism des Wissenschaftszentrum Berlin, 3. und 4. März 2016.

Governance-Präferenzen im europäischen Mehrebenensystem. Subnationale Exekutiveliten zwischen Sozialisierung und Nutzenmaximierung, Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Leitung Michael W. Bauer, Mitarbeit: Diana Pitschel und Philipp Studinger, Laufzeit 2008-2012.

The European Commission of the 21st Century: Views From the Inside, Finanzierung: Economic and Social Research Council (Großbritannien), Partner: Hussein Kassim (University of East Anglia, Koordination), John Peterson (University of Edinburgh), Michael W. Bauer (German University of Administrative Sciences Speyer), Renaud Dehousse (Science Po Paris), Liesbet Hooghe (University of Amsterdam & Chapel Hill North Carolina), and Andrew Thompson (University of Edinburgh), Mitarbeit: Louise Maythorne u.a., Laufzeit: 2008-2012.

Confronting Social and Environmental Sustainability with Economic Pressure: Balancing Trade-offs by Policy Dismantling or Expansion?, gefördert im "7th Framework Programme for Research & Development", European Commission, Leitung: Prof. Dr. Christoph Knill und Prof. Dr. Michael W. Bauer, Mitarbeit: Jale Tosun, Dominik Bernauer u.a., Laufzeit: 2008-2012.

EU-Nichtigkeitsklagen aus der Perspektive der vergleichenden Politikwissenschaft. Initialprojekt, Finanzierung: Young Scholar Fund der Uni Konstanz, Leitung: Michael W. Bauer, Mitarbeit: Christian Adam, Laufzeit 2009-2012.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt: Nationale Verwaltungen in der transnationalen Integration: Zur Empirie und rechtlichen Bewältigung administrativer Loyalitätskonflikte, gefördert durch den Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen von Integration" der DFG, Leitung: Prof. Dr. Michael W. Bauer, Prof. Dr. Christoph Knill, Hans-Christian Röhl (Rechtswissenschaft) und Christoph Schönberger (Rechtswissenschaft), Mitarbeit: Tim Balint, Michael Schlichenmaier und Muriel Kaufmann, Laufzeit 2007-2011.

Centre of Excellence for the Study of Public Administration and Management (CEPAM), Finanzierung: Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Universität Konstanz, Leitung: Michael W. Bauer und Christoph Knill, Laufzeit 2009-2010.

Decentralisation following the Reform of the European Commission: Evaluation and Perception, Finanzierung: Europäisches Parlament, Leitung: Michael W. Bauer, Mitarbeit: Tim Balint und Stefan Benzing, Laufzeit: 2007-2008.

Good Governance in Population Administration in Timor Tengah Selatan, Indonesia, Finanzierung: Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Leitung: Michael W. Bauer, Mitarbeit: Lena Weiler, Laufzeit: 2006-2007.

EU-Verfassungsprozess und regionale Mobilisierung, Finanzierung: Eliteförderprogramm für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden der Landesstiftung Baden-Württemberg, Leitung: Michael W. Bauer, Mitarbeit: Diana Pitschel und Ansgar Schäfer, Laufzeit: 2005-2007.

Politikbeendigung, Finanzierung: Schwerpunktförderprogramm Baden-Württemberg, Leitung: Michael W. Bauer und Christoph Knill, Mitarbeit: Jale Tosun, Laufzeit: 2005-2007.

Modernisierung der Verwaltungsorganisation und Verwaltungsverfahren im Umweltschutz, Finanzierung: Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung, Leitung: Michael W. Bauer, Christoph Knill und Jörg Bogumil, Mitarbeiter: Falk Ebinger, Sandra Krapf und Kristin Reißig, Laufzeit 2005-2006.

Kapazitäten zukunftsfähiger Politikgestaltung in Europa, Finanzierung: Bertelsmann-Stiftung, Leitung: Michael W. Bauer und Christoph Knill, Mitarbeit: Maria Ziegler, Laufzeit: 2006.

Managementreformen von internationalen und supranationalen Organisationen, Finanzierung: Fritz-Thyssen-Stiftung, Leitung Michael W. Bauer, Mitarbeit: Anna-Lena Beilschmidt, Laufzeit: 2006.