6. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Aktuelle Herausforderungen für das Beteiligungsmanagement von Kommunen, Ländern und Bund

119 Teilnehmer folgten am 16. und 17. April 2018 der Einladung von Frau Prof. Dr. Michèle Morner und Herrn Prof. Dr. Ulf Papenfuß zur 6. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance. Sie diskutierten zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen von öffentlichen Unternehmen.

Die Experten beschäftigten sich mit einem breiten Spektrum an Themen von der Aufsichtsratsarbeit und dessen Zusammensetzung, über Geschäftsführervergütung bis hin zum Public Corporate Governance Kodex. Der Public Corporate Governance Kodex des Bundes wurde seit 2009 nicht mehr überarbeitet, trotz der ursprünglich versprochenen regelmäßigen Prüfung. Auch die Aufsichtsräte vieler öffentlicher Unternehmen stehen in der Kritik. Ihnen wirft man oft vor, sie seien zumeist lediglich nach Fraktionskalkül ausgewählt und brächten nur selten eine ausreichende betriebswirtschaftliche Kompetenz für die Aufsichtsratstätigkeit mit. Prof. Christian Strenger, akademischer Direktor am Center for Corporate Governance der Handelshochschule Leipzig, spricht vor diesem Hintergrund von einer „Governance Light". Wie diese Situation verbessert und Aufsichtsräte effizienter und effektiver werden können, wurde in mehreren Vorträgen und Diskussionen aufgezeigt.

Dennoch war man sich insgesamt einig, dass öffentliche Aufsichtsräte besser sind als ihr Ruf. Laut Dr. Jürgen Allerkamp von der Investitionsbank Berlin gäbe es genauso viele gute und schlechte Aufsichtsräte in öffentlichen Unternehmen, wie bei den privaten. Dem stimmt auch Harald Riedel, Stadtkämmerer von Nürnberg, zu. Es erfordere eine Bandbreite verschiedenster Spezialkenntnisse in den Aufsichtsräten öffentlicher Unternehmen. So seien nicht nur Bilanzexperten gefragt. Ein Sozialpädagoge etwa bringe ebenso einen wichtigen Beitrag für ein öffentliches Wohnungsbauunternehmen mit. Wichtig ist es, einen Aufsichtsrat zu „komponieren", der vielfältige Kenntnisse vereint und, wo notwendig, geschult und weitergebildet wird. Aufsichtsratsmitglieder werden nun einmal nicht als solche „geboren", sondern idealerweise sorgfältig ausgewählt und „erkoren".

Diskutiert wurde auch der Umgang mit dem eigentlichen Zweck eines öffentlichen Unternehmens. Der Keynote-Vortrag von Arne Schneider - Abteilungsleiter im Finanzressort der Freien Hansestadt Bremen - mahnte dazu, dass man immer im Auge behalten soll, worin der eigentliche Zweck der öffentlichen Beteiligung liegt und ob sie diesen noch erfüllt. Dies sei wichtiger als lediglich auf die bloße Erfüllung von finanziellen Zielen zu schauen. Dafür wird es auch notwendig eine kohärente Eigentümerstrategie zu besitzen. So müssen sich Kom-munen, Länder und Bund insgesamt klar machen, welche Gemeingüter sie erbringen wollen und welche Wirkungen sie sich von ihren Beteiligungen erwarten. 

Die Tagung, die Prof. Dr. Michèle Morner von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer gemeinsam mit Prof. Dr. Ulf Papenfuß von der Zeppelin Universität Friedrichshafen leitet, hat sich zu einer der wichtigsten Plattformen des Austausches für Themen der Public Corporate Governance in Deutschland entwickelt. Auch die diesjährige Tagung bot einen Rahmen zum gegenseitigen Austausch und kritischer Auseinandersetzung zu aktuellen Themen, die die Public Corporate Governance im nächsten Jahr voranbringen werden. Im kommenden Jahr wird die 7. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance vom 8. bis 9. April 2019 stattfinden. 

Impressionen zur 6. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance 2018

 

Rückblick

5. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Anreizsysteme, Personalmanagement und Vergütung in den Unternehmen der Kommunen, des Bundes und der Länder

120 Teilnehmer folgten am 03. und 04. April 2017 der Einladung von Frau Prof. Dr. Michèle Morner und Herrn Prof. Dr. Ulf Papenfuß zur 5. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance. Sie diskutierten insbesondere über Personalmanagement und finanzielle Anreizsysteme im öffentlichen Sektor. Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Beratung suchtenan der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer den Dialog und tauschten sich über die Themen Personalmanagement und  leistungsorientierte Vergütung anhand von Kennzahlen aus.

Neben Fixvergütungen beinhalten Vergütungssysteme von Geschäftsführern und Mitarbeitern öffentlicher Unternehmen immer häufiger variable Vergütungsbestandteile. Inspirieren lässt man sich hierbei, wie allzu oft, von Praktiken der Privatwirtschaft. Die Möglichkeiten der Mitarbeiterbelohnung und Leistungsmessung scheinen keine Grenzen mehr zu kennen. So werden häufig finanzielle Kennzahlen als Grundlage der Leistungsbemessung genommen. Es werden Boni für Individual- und Gruppenleistungen vergeben. Und auch dem Grad der Zielerreichung versucht man Rechnung zu tragen, indem man so genannte Bonus-Malus-Systeme einführt.

Herr Christian Ude – Oberbürgermeister a. D. der Stadt München – warnt die Tagungsteilnehmer allerdings in seinem Keynote-Vortrag vor dem „Wahnsinn zu glauben, dass man jegliche Tätigkeit im öffentlichen Sektor mit Kennzahlen messen könne.“ So sei beispielsweise die Qualität der Patientenberatung eines Chefarztes unmöglich mittels Kennzahlen zu messen und „politisch und moralisch ein Schuss in den Ofen“.

Die Gefahr bestehe aus Sicht von Prof. Dr. Morner auch darin, dass Geschäftsführer und Mitarbeiter nur noch all jene Ziele verfolgen, nach denen sie explizit gemessen werden. Anstelle eines gemeinwohlorientierten Denkens und Handelns rückt dann die „Karotte, der man hinterherrennt“. Und dann entstehe aus Sicht von Prof. Dr. Morner die Gefahr, dass eine ursprüngliche innere und auf das Gemeinwohl ausgerichtete Motivation durch externe finanzielle Anreize verdrängt wird. Es sei daher essentiell, dass Leistungs- und Anreizsysteme mit Bedacht gewählt werden. Weniger ist dabei manchmal mehr.

Die diesjährige Tagung bot einen guten Rahmen zum gegenseitigen Austausch und kritischen auseinandersetzen bezüglich aktueller Bestrebungen, die Arbeit von Geschäftsführern und Mitarbeitern im öffentlichen Sektor mittels variabler Vergütungsbestandteile steuern zu wollen. Außerdem wurden allgemeinere Themen der Public Corporate Governance, wie beispielsweise die Kompetenz von Aufsichtsräten in öffentlichen Unternehmen und die Bedeutung eines übergreifenden Public Corporate Governance Kodexes diskutiert. Im kommenden Jahr wird die 6. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance vom 16. bis 17. April 2018 stattfinden und diese Problematik erneut diskutieren.

Impressionen zur 5. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance 2017

 

Archiv

4. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Erfolgreiche 4. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Über 100 Teilnehmer folgten am 04. und 05. April 2016 der Einladung von Prof. Dr. Michèle Morner und Prof. Dr. Ulf Papenfuß zur 4. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance. Sie diskutierten über gute Leitung und Aufsicht öffentlicher Unternehmen.

Viele öffentliche Versorgungsaufgaben werden heutzutage von privatrechtlichen Beteiligungsgesellschaften von Bund, Ländern und Kommunen übernommen. Dominierende Rechtsform ist dabei die GmbH. Doch wie kann konkret sichergestellt werden, dass diese Gesellschaften ihrem öffentlichen Auftrag adäquat nachkommen?

Im Fokus stand vor allem die Arbeit von Aufsichtsräten als wichtiges Kontroll- und Steuerungsinstrument guter Unternehmensführung. „Insbesondere Public Corporate Governance Kodizes, regeln die Aufsichtsratsarbeit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsstärkung der Aufsichtsratsaufgaben", so Prof. Ulf Papenfuß. Davon existieren aber viel zu viele, die zum Teil nicht ausreichend gelebt werden.

In diesem Sinne warnte Herr Prof. Dr. Edgar Ernst - Präsident der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (dpr) - in seinem Keynote-Vortrag vor einer Überflutung von „Formalismen ohne Zusatznutzen", wie beispielsweise Regelungen hinsichtlich Altersobergrenzen von Aufsichtsratsmitgliedern. Vielmehr sei wichtig, gängige Besetzungsstrategien nach Parteiproporz kritisch zu hinterfragen und klare, unternehmensspezifische Anforderungsprofile an Aufsichtsräte zu definieren. „Auch gruppendynamische Aspekte sollten sowohl bei der Aufsichtsratsbesetzung als auch -evaluation in den Fokus gestellt werden", so Prof. Morner. Denn Aufsichtsratsarbeit gelinge nur, wenn das Gesamtgremium als Team agiere und in engem Austausch mit der Geschäftsleitung stünde. Nur auf diesem Weg könne gewährleistet werden, dass Aufsichtsräte ausreichend mit kontroll- und entscheidungsrelevanten Informationen „versorgt" sind, um Risiken abzuwägen und dem Versorgungsauftrag öffentlicher Unternehmen Rechnung zu tragen.

Die 5. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance wird diese Problematik erneut aufgreifen und findet am 3. und 4. April 2017 statt.

Downloadbereich Tagungsunterlagen

3. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Nachhaltige und wirkungsorientierte Steuerung von öffentlichen Unternehmen

Eine verantwortungsvolle Public Corporate Governance und ein zukunftsfähiges Beteiligungsmanagement sind für Städte und Kommunen, aber auch für Bund und Länder ein Schlüsselthema. Öffentliche Aufgabenerfüllung und nachhaltige Daseinsvorsorge können bei gleichzeitig notwendiger Haushaltskonsolidierung nur realisiert werden, wenn bei der Steuerung und Leitung öffentlicher Unternehmen alle Chancen ausgeschöpft werden. Dafür muss das Beteiligungsmanagement anforderungsgerecht in Richtung einer wirkungsorientierten und nachhaltigen Gesamtsteuerung von Kernverwaltung und öffentlichen Beteiligungen weiterentwickelt werden.

Die meisten Städte besitzen Strukturen, die Ähnlichkeiten mit privatwirtschaftlichen Konzernen aufweisen. Kaum ein privater Konzern ist jedoch in so unterschiedlichen Branchen bzw. Politikfeldern engagiert, was die Steuerungsherausforderungen für die öffentliche Hand zusätzlich erhöht. Ziel der 3. Public Corporate Governance Tagung ist es, aufzuzeigen, wie die aktuellen Herausforderungen einer nachhaltigen und wirkungsorientierten Steuerung von öffentlichen Unternehmen zu bewältigen sind. Damit sollen Entscheidungsträger in Kommunen, Aufsichts- und Verwaltungsräten sowie Geschäftsleitungen öffentlicher Beteiligungen bei ihren Aufgaben unterstützt werden.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Themen:

  •  Integrierte Gesamtsteuerung von Kernverwaltung und öffentlichen Unternehmen

  •  Die Bedeutung von Wirkungskennzahlen und Nachhaltigkeitskennzahlen

  •  Neue Erkenntnisse zur Vergütung von Top-Managern und Fallstricke bei der Altersversorgung

  •  Operatives Beteiligungscontrolling und Softwareunterstützung

Die Tagung richtet sich an Vorstände und Geschäftsführer in öffentlichen Unternehmen, Beteiligungsmanager und Verwaltungsmitarbeiter der öffentlichen Hand, sowie Politiker, Abgeordnete, Ratsmitglieder aus Bund, Ländern, Städten und Kommunen, die als Aufsichtsräte oder als Entscheider in Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung und der öffentlichen Verwaltung verantwortlich sind.

Nach einer erfolgreichen 1. und 2. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance haben wir auch in diesem Jahr wieder hochkarätige Referenten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft gewinnen können.

2. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Zukunftsfähiges Beteiligungsmanagement: Chancen für Städte und Kommunen sowie Bund und Länder

Ein zukunftsfähiges Beteiligungsmanagement ist für Städte und Kommunen, aber auch für Bund und Länder ein Schlüsselthema.

Öffentliche Aufgabenerfüllung und nachhaltige Daseinsvorsorge können bei gleichzeitig notwendiger Haushaltskonsolidierung nur realisiert werden, wenn bei der Steuerung und Leitung öffentlicher Unternehmen alle Chancen ausgeschöpft werden. Dafür muss das Beteiligungsmanagement anforderungsgerecht in Richtung strategisch integrierter Gesamtsteuerung von Kernverwaltung und öffentlichen Beteiligungen weiterentwickelt werden. Die meisten Städte besitzen Strukturen, die Ähnlichkeiten mit privatwirtschaftlichen Konzernen aufweisen. Kaum ein privater Konzern ist jedoch in so unterschiedlichen Branchen bzw. Politikfeldern engagiert, was die Steuerungsherausforderungen für die öffentliche Hand zusätzlich erhöht.

Ziel der 2. Public Corporate Governance Tagung ist es, aufzuzeigen, wie die aktuellen Herausforderungen eines zukunftsfähigen Beteiligungsmanagements zu bewältigen sind. Damit sollen Entscheidungsträger in Kommunen, Aufsichts- und Verwaltungsräten sowie Geschäftsleitungen öffentlicher Beteiligungen bei ihren Aufgaben unterstützt werden.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Themen:

  •  Aktuelle Herausforderungen eines erfolgreichen Beteiligungsmanagements

  •  Unternehmensführung zwischen Wettbewerb und Gemeinwohl

  •  Integrierte Gesamtsteuerung von Kernverwaltung und ausgegliederten Organisationseinheiten

  •  Sinnvolle Nutzung von Steuerungsinformationen

  •  Vergütung von Topmanagement und Aufsichtsräten

Die Tagung richtet sich an Vorstände und Geschäftsführer in öffentlichen Unternehmen, Beteiligungsmanager und Verwaltungsmitarbeiter der öffentlichen Hand, sowie Politiker, Abgeordnete, Ratsmitglieder aus Bund, Ländern, Städten und Kommunen, die als Aufsichtsräte oder als Entscheider in Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung und der öffentlichen Verwaltung verantwortlich sind.

1. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Politik, Verwaltung und Aufsichtsräte: Im Spannungsfeld zwischen Gesetz, gelebter Praxis und Öffentlichkeit

Eine gute Leitung und erfolgreiche Überwachung sind gerade in öffentlichen Unternehmen von enormer Bedeutung, wie aktuelle Beispiele zeigen. Dabei können die Erkenntnisse zu Unternehmensaufsicht und -steuerung aus der Privatwirtschaft nur bedingt übertragen werden, sondern müssen spezifisch auf den öffentlichen Sektor angepasst werden. Ziel der 1. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance ist es, Entscheidungsträger in der öffentlichen Verwaltung sowie Aufsichtsräte und Geschäftsleitungen öffentlicher Unternehmen bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Dazu gilt es, die aktuellen Herausforderungen der Leitung und Überwachung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu analysieren und Stellhebel aufzuzeigen, wie eine erfolgreiche Aufsicht in und Steuerung von öffentlichen Unternehmen gelingt.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Themen:

  • Aktueller Stand der Private and Public Corporate Governance

  • Beteiligungsmanagement auf kommunaler, Landes- und Bundesebene

  • Die Rolle von Public Corporate Governance Kodizes

  • Aspekte des Risikomanagements

Die Tagung richtet sich an Politiker, Abgeordnete, Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter aus Bund, Ländern und Gemeinden, die als Aufsichtsräte in öffentlichen Unternehmen vertreten oder als Entscheider in Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung und der öffentlichen Verwaltung verantwortlich sind, sowie an Vorstände und Geschäftsführer der öffentlichen Unternehmen.