Modulstruktur vom Wintersemester 2014/15 bis Wintersemester 2016/17

Studium

Studienverlauf

Der Studiengang ist als anwendungsorientiertes Masterprogramm mit insgesamt 60 ECTS-Punkten über einen Zeitraum von zwei Semestern angelegt. Der Abschluss berechtigt grundsätzlich zur Promotion.

Das Curriculum des Masterstudiengangs zeichnet sich durch interdisziplinäre Lehre der Rechts-, Verwaltungs- und Wirtschaftswissenschaften aus und ermöglicht eine auf die Verwaltungssparte hin orientierte Spezialisierung.

Der Studiengang ist als interdisziplinärer konsekutiver Vollzeit-Studiengang konzipiert und beinhaltet Präsenz- und Selbstlernphasen.

Seine Inhalte werden gegliedert in Modulen vermittelt. Durch diese Modularisierung werden Studieneinheiten geschaffen, die sowohl thematisch zusammengehörig sind als auch einem angemessenen Zeitrahmen entsprechen. Im Idealfall kann jedes einzelne dieser Module innerhalb eines Semesters abgeschlossen werden, wodurch eine Studienaufnahme zum Sommer- und zum Wintersemester ermöglicht wird.

Die Module des Studiengangs widmen sich den Aufgaben, Strukturen und Veränderungsprozessen in Staat und Verwaltung aus juristischer Sicht sowie verstärkt dem Thema der (Wirtschafts-)Regulierung als einen Kernbereich der Europäisierung. Mit Hinblick auf die spätere Berufspraxis werden ebenfalls Konzepte und Instrumente zur Führung öffentlicher Organisationseinheiten sowie zur Personalführung vorgestellt. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, aus einem breiten Angebot an auswählbaren Lehrveranstaltungen eigene Schwerpunkte innerhalb der folgenden Pflichtmodule des Studiengangs zu setzen:

Modul I: Regulierung und Steuerung in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales

(10 ECTS)

Gegenstand des Moduls sind zentrale Bereiche, Handlungsformen und Instrumente staatlicher Steuerung nebst deren rechtlichen Grundlagen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene sowie die Bewertung und Bearbeitung von Sektor spezifischen Inhalten und Problemen aus rechtlicher, verwaltungswissenschaftlicher und ökonomischer Perspektive.

Die Studierenden erwerben ein Grundverständnis für zentrale Bereiche unserer Volkswirtschaft und ihre rechtliche Regulierung. Sie kennen relevanten Akteure und Institutionen, rechtliche Handlungsbeziehungen sowie -instrumente und Wirkungszusammenhänge in den Handlungsfeldern Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Das Modul vermittelt grundlegende Kenntnisse des Sozialrechts, vertiefende Kenntnisse der Strukturen und Herausforderungen des öffentlichen Wirtschafts- und Umweltrechts sowie methodische Grundlagen für zentrale Bereiche staatlicher Steuerung und deren Handlungsformen.

Die Studierenden sind nach erfolgreicher Belegung des Moduls in der Lage, wettbewerbs- und regulierungspolitischer Inhalte und Problembereiche zu erkennen, zu bewerten und zu verknüpfen. Sie kennen Sonderregelungsbedürfnisse infolge der Entstaatlichung von Infrastrukturen und besitzen einen Überblick über geeignete - staatliche und marktbasierte - Regulierungsverfahren, bzw. ausgewählte sektorspezifische Regulierungsmodelle in der Praxis der Kartell- und Regulierungsbehörden.

Die Lehrveranstaltungen finden in deutscher Sprache statt. Lektüre erfolgt in deutscher und englischer Sprache.

Modul II: Verwaltung im Europäischen Verwaltungsverbund

(8 ECTS)

Das Modul thematisiert die rechtlichen Grundlagen, Verfahrensgrundsätze und Handlungsformen, die für die Verwaltungszusammenarbeit innerhalb der Organisationen und Mitgliedsstaaten der europäischen Union maßgeblich sind, vermittelt die Spezifika des Verwaltens im Mehrebenensystem und widmet sich dem Rechtsvergleich und Auslegung des EU-Rechtes.

Im Modul erwerben die Studierenden vertiefte Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen, die die Eigenverwaltung der Europäischen Union und ihrer Organisationen betreffen ebenso der verwaltenden Tätigkeit der Mitgliedstaaten bei Vollzug und Anwendung des Unionsrechts. Sie erwerben ein Verständnis dafür, wie die Mitgliedstaaten untereinander und mit der EU-Eigenverwaltung im Rahmen des Europäischen Verwaltungsverbundes zusammenarbeiten.
Die Studierenden kennen das Recht des Europarats und der Europäischen Menschenrechtskonvention und ihre Bedeutung als Grundlage der Europäischen Verwaltungszusammenarbeit. Sie machen sich mit den Grundlagen des Verwaltungs(rechts)vergleichs vertraut, kennen unterschiedliche methodische Zugänge zum Verwaltungsrecht in den Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten und reflektieren dies bei der Auslegung des EU-Rechts. Sie können sich in ausgewählten Politikfeldern mit den Grundproblemen der Implementierung der EU-Politiken und des Verwaltens im Mehrebenensystem auseinandersetzen.

Die Lehrveranstaltungen finden in deutscher und englischer Sprache statt.

Modul III: Öffentliches Management

(8 ECTS)

Im Zentrum des Moduls stehen die Entwicklung und Modernisierung des öffentlichen Sektors, die Rahmenbedingungen, Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, Management-Methoden sowie die Analyse und Bewertung der rechtlichen Relevanz von gesellschaftlichen Entwicklungen und betriebswirtschaftliche Betrachtungen.

Mit dem Modul Öffentliches Management ordnen die Studierenden ihr juristisches Wissen und ihre Kompetenzen zur Rechtsauslegung und Rechtsanwendung in den Kontext allgemeiner wirtschaftspolitischer Entwicklungen und betriebswirtschaftlicher Methoden ein und wenden es auf die Führung und Gestaltung von (öffentlichen) Organisationen an.

Die Lehre findet überwiegend in deutscher Sprache statt.

Modul IV: Staatlichkeit im Wandel

(10 ECTS)

Untersuchungsgegenstände des Moduls sind Veränderungen der staatlichen Entscheidungsstrukturen im Mehrebenensystem infolge der Europäisierung und Internationalisierung des Rechts und der Politik, die Folgen der Internationalisierung und der Digitalisierung sowie konkrete Erscheinungsformen eines veränderten Rollenbildes des Staates in der Gesellschaft.

Das Modul Staatlichkeit im Wandel vermittelt umfassend Kenntnisse darüber, wie der Staat in ein Mehrebenensystem eingebunden ist und die Wahrnehmung oder Steuerung exekutiver Aufgaben zunehmend durch überstaatliche Ebenen oder in transnationaler Zusammenarbeit erfolgt. Die Studierenden können die jeweiligen supra- und internationalen Entscheidungszusammenhänge des staatlichen Handelns identifizieren und Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten erkennen. In der Erörterung der Rolle des Staates bei der Digitalisierung von Lebensräumen, erwerben die Studierenden Orientierungswissen sowie Handlungskompetenz in Bezug auf die Neuen Medien in der juristischen Arbeitspraxis.

Die Lehrveranstaltungen finden in deutscher und englischer Sprache statt.

Modul V: Sprachen und Kommunikation (4 ECTS)

(4 ECTS)

Das Modul bietet Einblicke in Landeskunde, Rechtskultur und Sprache europäischer Länder und vermittelt Schlüsselkompetenzen für kommunikative und interkulturelle Aspekte in der täglichen Arbeitspraxis.

Die Studierenden erwerben Grundkenntnisse der für die Arbeit im Umfeld der europäischen Verwaltung relevanten Fremdsprache und erhalten Einblicke in die Landeskunde und Rechtskultur anderer europäischer Länder.
Sie entwickeln ein Bewusstsein für interkulturelle und kommunikative Aspekte und können die neu erworbenen rhetorischen und konfliktlösenden Kompetenzen reflektiert und problemorientiert im öffentlichen Sektor einsetzen.

Die Lehrveranstaltungen finden in deutscher, englischer, französischer, spanischer oder russischer Sprache statt.

Masterarbeit

(20 ECTS)

In der Masterarbeit bearbeiten die Studierenden in Absprache mit ihrem Betreuer wissenschaftlich eigenständig eine juristische Fragestellung aus dem Gegenstandsgebiet des Studiengangs.

Die Masterarbeit wird in deutscher Sprache angefertigt. Auf Antrag kann sie auch in einer anderen Sprache verfasst werden.

 

Das Studium konzentriert sich in den Modulen I bis IV sowohl aus juristischer als auch fächerübergreifender Perspektive auf die zentralen Themenbereiche der modernen Verwaltung und des öffentlichen Handelns im europäischen Verbund. Diese Module umfassen jeweils zwei oder drei Lehrveranstaltungen, in denen die Studierenden aktiv mitarbeiten müssen. Eine Modulprüfung schließt jedes dieer Module ab. Die Modulprüfungen werden im Rahmen eines Seminars oder im Rahmen einer Projektbezogenen Arbeitsgemeinschaft abgelegt.

Modul V dient dem Kompetenzerwerb im Bereich Sprachen und Kommunikation. Es umfasst mindestens zwei Lehrveranstaltungen und erstreckt sich über zwei Semester. Dieses Modul schließt ohne Modulprüfung ab.

Im zweiten Fachsemester fertigen die Studierenden in einem Zeitraum von drei Monaten ihre Master-Thesis im Umfang von 20 ECTS an.

Nach bestandener Master-Prüfung verleiht die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer den Absolventinnen und Absolventen den akademischen Grad „Master of Laws" (abgekürzt LL.M.).