A 520

Vom Gerichtsmediator zum Güterichter - Das neue Mediationsgesetz. Praxis und rechtliche Determinanten der Mediation

Arbeitsgemeinschaften
3 Std.
08.11.2018 - 17:15 bis 20:15, Hörsaal 6
29.11.2018 - 17:15 bis 20:15, Hörsaal 6
06.12.2018 - 17:15 bis 20:15, Hörsaal 6
20.12.2018 - 17:15 bis 20:15, Hörsaal 6
10.01.2019 - 17:15 bis 20:15, Hörsaal 6
17.01.2019 - 17:15 bis 20:15, Hörsaal 6
24.01.2019 - 17:15 bis 20:15, Hörsaal 6
Verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium: Rechtsberatung und Rechtsgestaltung
Beschreibung
In der Projekt-AG A 520 besteht leider keine Möglichkeit der Teilnahme als Gasthörer. Beschreibung A 520 „Vom Gerichtsmediator zum Güterichter"
Das Thema der Projekt-AG ist weiter aktuell: Am 26. Juli 2012 ist das Gesetz zur Förderung der Me-diation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Streitbeilegung in Kraft getreten (BGBl. 2012, Teil 1 Nr. 35, S. 1577). Dem Gesetz wurde eine außergewöhnlich bedeutsame Zukunft bescheinigt. "Das Mediationsgesetz ist eine Orchidee" oder auch ein "Jahrhundertgesetz, das die Rechtskultur in Deutschland völlig verändern könnte" (H. Prantl, SZ v. 02.07.2012). An allen Gerichten der Bundes-republik Deutschland sind nunmehr Güterichter bestimmt worden, die in der Mehrzahl aus den früheren Gerichtsmediatoren hervorgegangen sind. In einer gesonderten Rechtsverordnung ist die Zertifizierung von Mediatoren geregelt worden.
Themen wie "Stuttgart 21" oder die Kontroverse um das Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt am Main machen deutlich, dass die rechtsstaatlich bewährten Institute des Verwaltungsverfahrens ebenso wie des Verwaltungsprozesses offenkundig nicht mehr in allen Fällen hinreichend die Funk-tion der Streitlösung bzw. Konfliktmittlung zwischen Bürger und Staat übernehmen. Im Zivilrecht, Arbeitsrecht und Familienrecht findet die Methode der Mediation und das Güterichterverfahren weiter Zuspruch. Auch das Bundesverfassungsgericht (1 BvR 1351/01 v. 14.02.2007) bezeichnet die konsensuale Streitbeilegung als „im Rechtsstaat grundsätzlich vorzugswürdig gegenüber einer rich-terlichen Entscheidung". Die Leistungsgrenzen gerichtlicher Entscheidungen werden zunehmend offensichtlicher.
Mehr und mehr geraten daher alternative Methoden der Streitbeilegung in den Blick. Folgerichtig erfasst die Ausbildung zum Juristen neben dem Kennenlernen der klassischen Berufsfelder Rechtsanwalt, Richter sowie Wirtschafts- und Verwaltungsjurist auch die Bereiche konsensualer Konfliktbereinigung. Gemäß § 5a Abs. 3 DRiG berücksichtigen die Inhalte des Studiums die für die rechtsprechende, verwaltende und rechtsberatende Praxis erforderlichen Schlüsselqualifikationen wie Verhandlungsmanagement, Gesprächsführung, Rhetorik, Streitschlichtung, Kommunikations-fähigkeit und auch und gerade der Mediation.
In der Projekt-AG erarbeiten die Teilnehmer die Grundlagen nichtstreitiger Konfliktmittlung sowohl im öffentlichen Sektor als auch im Zivil- und Familienrecht. Zusätzlich werden Kenntnisse des Ver-fahrens- und Prozessrechts durch praktische Anwendung vermittelt. Die Teilnehmer erhalten in den Lehrveranstaltungen zudem die Möglichkeit, in praktischen Kommunikationsübungen und Planspielen die Mediation als eigenständiges Verfahren ebenso wie dessen praktische Anwendung in gerichtlichen Vergleichsverhandlungen als auch in außergerichtlichen Verfahren kennenzuler-nen. Hier üben und verbessern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rhetorische und kommunika-tive Fähigkeiten in Verhandlungs- und Gesprächsführung und erwerben zudem Kompetenzen hin-sichtlich der Methode und des Verfahren der Mediation. Von Bedeutung sind dabei auch die recht-lichen Implikationen bei mediativen bzw. konsensualen Lösungsmodellen.
Durch die Verbindung von theoretischen Anteilen und kommunikativen Übungen sollen die Teil-nehmer mit Blick auf das für die meisten Hörerinnen und Hörer bevorstehende 2. Staatsexamen zum einen verfahrens- ebenso wie prozessrechtliche Begleitkenntnisse erwerben, sich aber auch darüber hinaus auf die sprachlichen Anforderungen der juristischen Berufsausübung vorbereiten können.
Kommentar