Campus Uni Speyer

Herzlich willkommen
auf der Webseite der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

Die Universität pflegt die Verwaltungswissenschaften, indem sie Staat und Verwaltung auf allen Ebenen, von der Kommune bis zur Europäischen Union, erforscht und Führungskräfte für Staat und Verwaltung aus- und weiterbildet. Der Speyerer Campus ist die deutsche Hauptausbildungsstätte für den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet der Verwaltungswissenschaften.

Die Universität wurde 1947, das heißt vor der Entstehung ihres Sitzlandes Rheinland-Pfalz und vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, vom Administrateur Général der Französischen Besatzungszone als Staatliche Akademie für Verwaltungswissenschaften gegründet. Damit verfolgte Frankreich das Ziel für seine Besatzungszone eine demokratisch gesinnte Beamtenschaft auszubilden. Dieser Auftrag der Ausbildung von Führungskräften für die Verwaltung des demokratischen Staatswesens bildet bis heute eine der Hauptaufgaben der Universität.

Als Modell für die Staatliche Akademie für Verwaltungswissenschaften diente die 1945 mit der gleichen Zielsetzung in Paris gegründete École nationale d'administration (ENA). Im dem mit einem sehr hohen Maß an Praxisorientierung verbundenen französischen Modell der Führungkräftesausbildung wird diese vor allem hochrangigen Praktikern, also aktiven Führungskräften, anvertraut. In Deutschland hingegen wird der höhere Führungsnachwuchs traditionell primär wissenschaftlich ausgebildet. Spätestens seit der humboldt'schen Universitätsreform erfolgt die Ausbildung hier durch Wissenschaftler, vor allem Universitätsprofessoren. Diese widmen ihre Tätigkeit nicht allein der Forschung; neben diese tritt gleichberechtigt im Bereich Lehre die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Führungskräfte für fast alle Bereiche der Gesellschaft.

In dieser deutschen Tradition wurde die Speyerer Akademie spätestens seit ihrem Übergang in deutsche Verantwortung in eine Hochschule mit forschenden und lehrenden Universitätsprofessoren  umgestaltet. Dieser Prozess führte zur Anerkennung der Einrichtung in der deutschen Wissenschaftslandschaft als Postgraduiertenuniversität, die sich insbesondere in der Verleihung des Promotions-  und des Habilitationsrechtes ausdrückt. Dabei hat es die Einrichtung jedoch verstanden, viele positive Elemente des französischen Ausbildungsmodells zu erhalten.

Die Ausbildung an der Universität ist heute eine Mischung des deutschen und des französischen Modells: Eine Hälfte der Lehre wird von Wissenschaftlern und die andere Hälfte der Lehre von etwa 100 Lehrbeauftragten aus der Praxis durchgeführt. Die Betreuungsrelation von Lehrenden zur Lernenden ist eine der besten aller deutschen Universitäten und bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie das an ihrer französischen Schwestereinrichtung. Nur so können trotz kurzer Studienzeiten auch die für die angestrebten Führungsaufgaben notwendigen Qualifikationsleistungen  erbracht werden.

Das besondere Angebot der Universität überzeugte zunächst die westlichen Bundesländer, für die Heranbildung des Führungsnachwuchses der öffentlichen Verwaltung Ausbildungsleistungen der Speyerer Einrichtung zu nutzen und ihr neben der Bundesrepublik auch als Träger beizutreten. Nach der Wiedervereinigung traten dann auch die neugegründeten Bundesländer bei. Die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften wird damit als einzige Universität in Deutschland nicht nur vom Sitzland oder vom Bund getragen, sondern gemeinsam von allen Bundesländern und der Bundesrepublik Deutschland, die auch alle in ihrem Verwaltungsrat vertreten sind. Damals fügte der Gesetzgeber auch das Wort "Deutsche" zum Namen der Universität hinzu.

Da in Deutschland die Führungskräfte der allgemeinen Verwaltung traditionell überwiegend ein rechtswisenschaftliches Studium absolviert haben, entsandten die Länder in den ersten Jahrzehnten fast ausschließlich Rechtsreferendarinnen und -referendare während deren Verwaltungs-, Wahl- oder Anwaltsstation zu einem einsemestrigen Ergänzungsstudium. In geringer Zahl wurden auch Wirtschafts- und Verwaltungsreferendare nach Speyer entsandt.

An der Universität vertieften die Referendarinnen und Referendare ihre Ausbildung nicht nur im bereich Rechtswissenschaften, sondern von Anfang an wurden auch die Erkenntnisse und Methoden anderer Wissenschaften für die geistige Durchdringung und Lösung der Probleme von Staat und Verwaltung vermittelt. Seit der Erweiterung des Lehrkörpers in den Siebziger Jahren tragen neben der juristischen eine wirtschaftswissenschaftliche, eine sozialwissenschaftliche und eine verwaltungswissenschaftliche Lehrbank zur Forschung und Ausbildung über und für Staat und Verwaltung bei.

Um ausländischen Führungskräften und Lehrenden an Verwaltungsschulen eine verwaltungswissenschaftliche Weiterqualifizierung zu ermöglichen wurde das zweisemestrige Verwaltungswissenschaftliche Aufbaustudium konzipiert, das zum Abschluss Magister rerum publicarum führt. Studieren konnten diesen postuniversitären Studiengang aber auch Deutsche, die ein juristisches, sozialwissenschaftliches oder wirtschaftswissenschaftliches Studium überdurchschnittlich absolviert haben.

In neuerer Zeit hat die Universität die drei Masterstudiengänge

aufgebaut, in denen überdurchschnittlichen Hochschulabsolventen der Rechts-, Wirtschafts-, Sozial und Verwaltungswissenschaften ihre Qualifikation als künftige Führungskräfte fortsetzen und abschließen können.

Auf Anregung und in Kooperation mit dem auf unserem Campus ansässigen Zentrum für Wissenschaftsmanagement, einer als Verein organisierten Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wurde außerdem der kostenpflichtige, nebenberufliche Masterstudiengang Wissenschaftsmanagement konzipiert und umgesetzt.

Seit 1956 widmet sich die Universität auch intensiv der Weiterbildung von Führungskräften der öffentlichen Verwaltung. Die Weiterbildung ist inzwischen neben Ausbildung, Forschung und Nachwuchsförderung auch zur vierten gesetzlichen Hauptaufgabe der Universität geworden.

Eng verbunden ist die Universität mit dem aus ihr hervorgegangenen  Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung, das inzwischen vollständig selbständig ist.

Prof. Dr. Holger Mühlenkamp
Rektor der Universität

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Aktueller Aufsatz über das Ergänzungsstudium

Univ.-Prof. Dr. Stelkens beleuchtet in einem aktuellen, in der DÖV 4 2017 erschienenen Aufsatz "Die Funktion des verwaltungswissenschaftlichen Ergänzungsstudiums für Rechtsreferendare an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer in der Juristenausbildung" und erläutert die Bedeutung des Verwaltungsrechts und der Verwaltungswissenschaften in Jurastudium und Rechtsreferendariat.

U. Stelkens: Die Funktion des Ergänzungsstudiums...
(Dieser Artikel ist in der Zeitschrift ‚Die Öffentliche Verwaltung‘ (DÖV) des Kohlhammer-Verlags erschienen. Die Zeitschrift DÖV ist mit Archiv auch in der juristischen Datenbank beck-online erhältlich: https://beck-online.beck.de/Modul/1079/Inhalt.)

Univ.-Prof. Dr. Stelkens beleuchtet in einem aktuellen, in der in der DÖV 4 2017 erschienenen Aufsatz "Die Funktion des verwaltungswissenschaftlichen Ergänzungsstudiums für Rechtsreferendare an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer in der Juristenausbildung"und erläutert die  Bedeutung des Verwaltungsrechts und der Verwaltungswissenschaften n Jurastudium und Rechtsreferendariat. Der Aufsatz ist hier abrufbar. - See more at: http://www.uni-speyer.de/de/#sthash.OYE4XHiJ.dpuf