A 516

Planspiel

Arbeitsgemeinschaften
3 Std.
09.05.2019 - 17:00 bis 21:00, Vortragssaal
23.05.2019 - 17:30 bis 21:00, Vortragssaal
23.05.2019 - 17:00 bis 17:30, SemR E.08
06.06.2019 - 17:00 bis 21:00, Vortragssaal
27.06.2019 - 17:00 bis 21:00, Vortragssaal
18.07.2019 - 17:00 bis 21:00, Vortragssaal
25.07.2019 - 17:00 bis 21:00, Vortragssaal
Verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium: Öffentliches Management
Verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium: Rechtsberatung und Rechtsgestaltung
Verwaltungswissenschaftliches Aufbaustudium: Öffentliches Management
Beschreibung
Plot / Spielidee
Im Bundesverkehrswegeplan ist für eine schwäbische Feinstaub-Mittelmetropole eine Umgehungsstraße mit vordinglichem Bedarf vorgesehen. Natürlich stehen sich Projektbefürworter und Projektgegner unversöhnlich gegenüber. Die Projektbefürworter möchten das Projekt unbedingt verwirklichen, um die Einwohnerinnen und Einwohner in der Innenstadt vom Verkehr / Lärm / Emissionen zu entlasten und den Verkehrsfluss zu verbessern. Demgegenüber stehen die Projektgegner die das Projekt grundsätzlich ablehnen, vor allem hinsichtlich der negativen Einflüsse durch den Autoverkehr, insbesondere zusätzlicher Umwelt- und Lärmbelastungen für die durch die Umgehungsstraße Betroffenen. Es spielen also Projektbefürworter gegen Projektgegner. Darüber hinaus gibt es eine dritte Instanz, „die Genehmigungsbehörde", die auf einen Ausgleich zwischen den beiden Parteien hinwirken muss. Das Spiel orientiert sich folglich am Ablauf eines Planfeststellungsverfahrens (eine Art große, komplexe Baugenehmigung) mit den Elementen frühe Öffentlichkeitsarbeit, Antrag auf Planfeststellung (durch den Vorhabenträger, Einwendungen gegen das Vorhaben, Planfeststellungsbeschluss (durch die Genehmigungsbehörde), gegebenenfalls Klage gegen das Verfahren, Mediationsverfahren, Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht.
Der Ausgang des Spiels, d.h. der Gewinner ist offen, die Umgehungsstraße kann gebaut werden, die Genehmigung kann verweigert werden oder nur unter „Auflagen" erteilt werden. Selbst ein Kompromiss der Beteiligten ist möglich!
Setting / Spielregeln
Setzten sich die Projektbefürworter durch, haben diese gewonnen, setzen sich die Projektgegner durch, haben diese gewonnen, kommt es zu einem Kompromiss, hat die Genehmigungsbehörde „die Nase vorn".
Allerdings ist weiterhin von Bedeutung, unter welchen Bedingungen der Erfolg zu Stande kam, also welche Zugeständnisse gemacht werden mussten und wie lange es gedauert hat. D.h. jede Gruppe hat bestimmte Restriktionen für ihr Handeln, den Projektbefürwortern steht z.B. kein „unbegrenztes Budget" zur Verfügung, um z.B. Lärmschutzwände zu bauen oder Mopsfledermäuse umzusiedeln. Den Projektgegnern muss gleichsam klar sein, dass, je mehr sie den Konflikt eskalieren, d.h. „Forderungen" stellen, wie z.B. Lärmschutz oder Umsiedlung von Mopsfledermäusen, immer riskanter wird, überhaupt etwas zu erreichen. Die Genehmigungsbehörde muss versuchen, die beiden anderen Parteien zu beschwichtigen; gelingt ihr dies, kann sie als Sieger aus dem Spiel hervorgehen.
Um „ihre Interessen durchzusetzen" haben alle drei Gruppen die Möglichkeit eine der zentralen Phasen des Genehmigungsverfahrens zu gestalten, erstens die Bürgerbeteiligung vor dem eigentlichen Genehmigungsverfahren z.B. im Rahmen eines „World Cafés" oder einer „systemischen Konsensieren", zweitens das formelle Verfahren mit Anhörungsverfahren und Erörterungstermin, und drittens die „Eskalationsphase" (falls diese im Spiel erreicht wird) mit Verwaltungsgerichtsverfahren oder Mediation.
Das Verhalten der Spielerinnen und Spieler (Gruppen) ist an keine „ethischen Regeln" gebunden. Möglicherweise führt offenes und ehrliches Verhalten zum Erfolg. Vielleicht aber auch Betrug und „schmutzige Tricks". Natürlich können die Gruppen auch Koalitionen miteinander schließen, sie können diese aber auch jederzeit wieder aufkündigen.
Wie das Spiel abläuft ist offen und hängt von den Entscheidungen und vom Verhalten der Gruppen (Spielerinnen und Spieler) ab.
Grundsätzlich sind drei verschiedene Ergebnisse möglich:
1. Eine der drei Parteien setzt sich durch und ist damit der alleinige Gewinner
2. Es kommt zu einem Kompromiss, wobei die Art des Kompromisses, d.h. wer sich wie stark mit seinen Interessen durchsetzen konnte, bestimmt, wer etwas mehr und wer etwas weniger Punkte erhält
3. Totale Eskalation: Keine Partei gewinnt (Das Verfahren wird später oder durch eine übergeordnete Instanz entschieden)
Methoden und Instrumente
Folgende Methoden sollen im Planspiel vorrangig vermittelt werden:
• Entscheidungsverfahren der Planfeststellung
• Konfliktlösungstrategien
• Methoden der Bürgerbeteiligung
Dafür kann es zum Einsatz folgender Instrumente kommen, die im Planspiel erläutert werden:
• World Café
• Mediation
• Systemisches Konsensieren
• Anhörungs- und Erörterungsverfahren
• Elemente des Design Thinkings
Kommentar