Uni-Speyer Zugang Webseite Uni-Speyer auf Facebook Uni-Speyer auf Instagram



Juristenausbildung neu denken

Perspektiven für das Referendariat von morgen


Am 11. Juni 2026 fand an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer die Podiumsdiskussion „Juristenausbildung neu denken – Perspektiven für das Referendariat von morgen“ statt. Unter der Moderation von Prof.'in Dr. Linda Mory diskutierten die Teilnehmenden über aktuelle Herausforderungen und mögliche Weiterentwicklungen des juristischen Vorbereitungsdienstes.

Den Auftakt machte Stefanie Otte, Präsidentin des OLG Celle, die ihre Perspektive als Ausbilderin im Referendariat einbrachte und die Anforderungen an eine zeitgemäße Ausbildung aus Sicht der Praxis beleuchtete. Anschließend schilderte die Rektorin der Universität, Prof.'in Dr. Constanze Janda, ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Referendariat und ergänzte diese um eine akademische Perspektive auf die Juristenausbildung.

Besonders bereichernd waren die Beiträge von Maurice Fritz, Alumni der Universität und juristischer Redakteur bei Jurafuchs. Er sprach sowohl aus didaktischer Sicht als auch aus seinen eigenen Erfahrungen im Referendariat. Dabei hob er insbesondere die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung hervor und plädierte dafür, diese Themen stärker in die Ausbildung von Referendarinnen und Referendaren zu integrieren.

Die studentische Perspektive vertrat Ronja Schöffer, Referendarin im Ergänzungsstudium an der Universität Speyer. Sie berichtete von ihren Erfahrungen im Vorbereitungsdienst und machte deutlich, welche Erwartungen und Bedürfnisse Referendarinnen und Referendare an eine moderne Ausbildung haben.

In einem Punkt herrschte auf dem Podium weitgehend Einigkeit: Die juristische Ausbildung sollte bundesweit stärker vereinheitlicht werden, um vergleichbare Ausbildungsstandards in allen Bundesländern sicherzustellen. Zudem wurde angeregt, den Austausch zwischen den Arbeitsgemeinschaften zu intensivieren, um das gegenseitige Lernen und die Vernetzung der Referendarinnen und Referendare zu fördern.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden verschiedene Thesen zur Zukunft des Referendariats vorgestellt und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Dabei standen mögliche Lösungsansätze und Reformideen im Mittelpunkt eines lebendigen Austauschs.

Die Podiumsdiskussion bot spannende Einblicke in die unterschiedlichen Perspektiven von Praxis, Wissenschaft, Didaktik und Ausbildung. Durch die aktive Einbindung des Publikums entstand ein anregender Dialog über die Zukunft der Juristenausbildung und die Anforderungen an das Referendariat von morgen.