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Interview zum Amtsantritt an der Universität Speyer

 

Colin Morgenthal ist neuer Kanzler der Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. Im Interview spricht er über seine ersten Eindrücke, Begegnungen und die Themen, die er gemeinsam mit der Universität angehen möchte. Dabei geht es vor allem ums Zuhören, um Veränderung und um gute Zusammenarbeit. Zum Schluss: eine kleine Schnellfragerunde zum neuen Kanzler.

Frage 1: Was war am ersten Arbeitstag anders, als Sie es sich vorgestellt hatten – und was war Ihr allererster Gedanke, als Sie an diesem Morgen hier ankamen?

An meinem ersten Arbeitstag war ich positiv überrascht, wie gut die Fahrt von zu Hause nach Speyer gelungen war. Und dann gab es auch noch sehr guten Kaffee. Ein idealer Start. Mit dieser guten Stimmung ging es dann an das, worauf ich mich besonders gefreut hatte: die Menschen und ihre Aufgaben an der Universität kennenzulernen.

Frage 2: Sie kommen mit einem frischen Blick von außen. Was ist Ihnen in Ihrer ersten Woche hier aufgefallen, bei dem Sie dachten: „Das ist spannend – da möchte ich genauer hinschauen“?

Mir sind sehr viele motivierte Kolleginnen und Kollegen begegnet, die sich mit der Universität identifizieren und in ihrem Bereich große Expertise mitbringen. Viele haben einen klaren Blick dafür, dass Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung kontinuierlich Veränderung und Verbesserung bedeutet, und möchten diesen Wandel mitgestalten. Das hat meine erste Woche stark geprägt: das Gefühl, hier gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen und dem Netzwerk der Universität unsere Einrichtung voranbringen zu können.

Es sind viele Themen, die wir im Zusammenhang betrachten und gemeinsam angehen müssen. Deshalb geht es für mich zunächst darum, die Kolleginnen und Kollegen, die Lehrstühle und das Netzwerk der Universität kennenzulernen. Auf dieser Grundlage möchte ich gemeinsam mit dem Rektorat und den Gremien der Universität klären, welche Themen wir mit welcher Priorität angehen. Dabei ist mir wichtig, den Nutzen für die Universität und die verfügbaren Kräfte zusammenzudenken. Wir werden nicht alles gleichzeitig angehen können, aber die nächsten Schritte verbindlich festlegen.

Frage 3: Was wird Ihre erste Mission sein?

Ich bin dabei, alle Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. Deshalb habe ich mir vorgenommen, in jedes Büro in der Verwaltung hineinzuschauen. Für alle, die ich noch nicht besucht habe, kündige ich meinen Besuch schon einmal an – natürlich zu einem passenden Zeitpunkt und so, wie es in den jeweiligen Arbeitsalltag passt. Ich möchte die Namen mit Gesichtern, Aufgaben und einem ganz konkreten Arbeitsplatz verknüpfen. Vor allem möchte ich zuhören: Was läuft gut? Was erschwert die Arbeit? Und wo sehen die Kolleginnen und Kollegen Möglichkeiten zur Verbesserung? Daher nutze ich freie Momente, um durch die Gänge zu gehen und ins Gespräch zu kommen. Aus diesen Gesprächen sollen auch konkrete Ansatzpunkte entstehen, mit denen wir den Arbeitsalltag erleichtern können.

Frage 4: Was ist Ihnen persönlich wichtig, wenn Sie etwas verändern wollen – und wie kann man sich die Zusammenarbeit mit Ihnen dabei vorstellen?

Wenn es darum geht, etwas zu verändern, ist es zunächst wichtig, die Ausgangslage zu verstehen. Ich möchte verstehen, warum bestimmte Dinge so sind, wie sie sind, und was sich bewährt hat. Dazu gehört für mich, die Expertise der Kolleginnen und Kollegen einzubeziehen und die Perspektiven der Lehrstühle und des Netzwerkes der Universität nachzuvollziehen. Ich bringe nicht für alles eine fertige Lösung mit. Meine Aufgabe ist es, Orientierung zu geben, Entscheidungen in meinem Verantwortungsbereich zu treffen und dafür zu sorgen, dass wir vereinbarte Schritte auch umsetzen. Dafür brauchen wir klare Ziele, Verantwortlichkeiten und realistische Zeitpläne. Zur Zusammenarbeit mit mir gehört, dass Fragen, Bedenken und unterschiedliche Einschätzungen offen angesprochen werden können. Entscheidungen und ihre Gründe möchte ich nachvollziehbar machen. Gemeinsam sollten wir regelmäßig prüfen, ob die Veränderungen tatsächlich helfen, und bei Bedarf nachsteuern.

Frage 5: Wenn wir Organigramme, Haushaltspläne und Digitalisierungsprojekte einmal beiseitelegen: Was möchten Sie hier ganz persönlich bewegen?

Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen hier Vertrauen in unsere gemeinsame Handlungsfähigkeit haben und erleben: Meine Erfahrung zählt, ich kann etwas bewegen, und auf Vereinbarungen ist Verlass. Als ich die Stellenausschreibung für die Position des Kanzlers gelesen habe, war mir sofort klar, dass diese spezialisierte Universität eine sehr wichtige Aufgabe in unserem Staatswesen erfüllt. Die öffentliche Hand steht vor den Herausforderungen des demografischen Wandels und der digitalen Transformation ebenso wie vor finanziellen Herausforderungen. Gerade deshalb hat es mich überzeugt, hier an einer wichtigen Stelle für unser Gemeinwohl arbeiten zu können. Ich möchte gemeinsam mit dem Rektorat, den Gremien und den Mitarbeitenden die Voraussetzungen dafür verbessern, dass die Universität diese Aufgabe auch künftig gut erfüllen kann. Die Verwaltung leistet dazu einen wesentlichen Beitrag: Sie ermöglicht gute Bedingungen für Forschung, Lehre und Weiterbildung. Gemeinsam Fortschritte zu erreichen und die eigene Arbeit als wirksam erleben – das motiviert mich.

Zum Abschluss: Drei schnelle Fragen, drei klare Antworten.

In welcher Situation blühen Sie in Ihrer Arbeit richtig auf?
a) In lebhaften Diskussionen
b) Beim strategischen Planen
c) Wenn ein gutes Teamprojekt gelingt (Antwort C. Morgenthal)
d) Wenn endlich alle Mails beantwortet sind

 

Was ist Ihnen als Kanzler besonders wichtig?
a) Transparente Kommunikation (Antwort C. Morgenthal)
b) Identifikation und Vertrauen
c) Innovation und Mut zu Neuem
d) Struktur

 

Wenn Ihre Arbeit als Kanzler ein Soundtrack wäre – welcher Titel würde am besten passen?
a) „Don’t Stop Believin’“ – Journey
b) „Eye of the Tiger“ – Survivor
c) „Here Comes the Sun“ – The Beatles
d) „Simply the Best“ – Tina Turner
e) Freie Antwort: Conquest of paradise von Vangelis (Antwort C. Morgenthal)